Viele Menschen denken, dass Jesus nichts hatte und nichts besaß. Er entschied sich für einen Lebensstil in Armut und forderte auch seine Jünger dazu auf, alles hinter sich zu lassen und arm zu werden. Diese Ansicht setzt die Nachfolge Jesu gleich mit einem sehr einfachen Lebensstil. Güter, die über das Notwendigste hinausgehen, werden bewusst oder unbewusst als Sünde empfunden.

Als Beweis für diese Glaubensansicht werden Bibelstellen verwendet, wie z.B. der reiche Jüngling. Er wollte von Jesus eine Bestätigung haben, dass er perfekt sei in all seinem Tun. Jesus sagte ihm dagegen, wenn er vollkommen (oder perfekt) sein möchte, solle er doch seinen kompletten Besitz verkaufen und den Erlös den Armen schenken. Jesus zeigte ihm auf, dass er eben nicht so heilig und vollkommen war, wie er selbst von sich glaubte.

Eine andere Bibelstelle wird auch oft zitiert: „Geld ist die Wurzel allen Übels“. Wer sich jedoch die Mühe macht und 1. Timotheus 6,10 aufschlägt, erfährt etwas anderes. „Geldgier ist die Wurzel allen Übels“. Jesus hat sich nie gegen Geld ausgesprochen. Die ganze Bibel erzählt vom Segen Gottes. Schon im Alten Testament sehen wir, wie Gott Menschen überschüttet hat mit guten Gaben. Sie hatten mehr als genug. Schau dir Abraham an. Laban sagte über ihn: „Jahwe hat meinen Herrn reich gesegnet und ihm ein großes Vermögen geschenkt. Er gab ihm Kleinvieh und Rinder, Silber und Gold, Sklaven und Sklavinnen, Kamele und Esel.“ (1.Mose 24,35)

Jakob wurde so von Gott gesegnet, dass er trotz schwieriger Umstände reich wurde. Über Salomo lesen wir: „In einem einzigen Jahr gingen bei Salomo 23 Tonnen Gold ein.“ (1.Könige 10,14). Hiob war ebenfalls reich.

Wie reich war Jesus?

Jesus hatte immer gerade so genug. Das glauben die meisten Christen. Er war bei vielen Menschen beliebt und diese haben ihn sicherlich versorgt. Es war jedoch mehr als das. Bestimmt kennst du die Geschichte von der Speisung der 4.000. Als die Menschenmenge hungrig geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Gebt ihr ihnen zu essen“. Was antworteten da die Jünger? Sagten sie vielleicht: „Wie sollen wir das bezahlen?“ Wenn sie kein Geld gehabt hätten, wäre das sicher die erste plausible Antwort gewesen. Die Jünger fragten dagegen: “Aber woher sollen wir hier in dieser verlassenen Gegend genügend Brot bekommen, damit sie alle satt werden?” (Markus 8,4)

Diese Bibelstelle zeigt, dass Jesus genug hatte. Die Jünger waren bereit Brot zu besorgen. Es fehlte nicht an Mitteln dazu, sondern nur an der Gelegenheit. Aber sogar in diesem Fall, wenn alles unvorstellbar und unerreichbar erscheint, ist der Reichtum von Jesus präsent. Jesus hatte zu jeder Zeit Zugang zu allen Schätzen im Himmel. Als es um die Bezahlung der Tempelsteuer ging, besorgte er das nötige Geld aus dem Bauch eines Fisches. Seiner Kreativität waren noch nie Grenzen gesetzt. Jesus hatte sogar einen Geldverwalter. Es ist bekannt, dass dieser Geld veruntreute. Wie hätte er das tun können, wenn nichts da gewesen wäre?

Will Gott, dass wir reich sind?

Eine provokante Frage. Gott ist als Erstes am einzelnen Menschen interessiert. Er möchte, dass wir die Ewigkeit mit ihm verbringen. Er möchte aber auch, dass wir in Fülle leben und mehr als genug haben. Wenn wir jedoch mit dem Reichtum nicht umgehen können und unsere Herzensausrichtung sich dadurch verändert, dann schadet uns das viele Geld.

Matthäus 18,9 sagt: „Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, dann reiß es heraus und wirf es weg. Es ist besser, einäugig das ewige Leben zu erhalten, als mit beiden Augen ins Feuer der Hölle geworfen zu werden.“

So wie Gott möchte, dass du beide Augen hast, möchte er auch, dass du reich bist und mehr als genug hast. Aber: Wenn dich dein Auge oder dein Reichtum zur Sünde verführt, dann verzichte besser darauf.

Jesus sagte:“ Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Matthäus 6,19ff.)

Wir dürfen reich sein. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass wir unser Herz auf Gott gerichtet lassen. Das Geld darf nicht das Wichtigste in unserem Leben werden. Wir dürfen es als Segen Gottes annehmen. Die Geschenke dürfen uns aber nie wichtiger werden als der Geber selbst.

Warum sollte ich reich werden?

Der erste Gedanke eines Christen bei dieser Frage ist mit Sicherheit, damit ich armen Menschen helfen, das Leid in der Welt lindern und evangelistische Werke unterstützen kann. Das sind wunderbare Gründe, die unbedingt umgesetzt werden sollten. Darüber hinaus möchte Gott aber auch, dass es dir persönlich und deiner Familie gut geht. Abraham, Jakob, Hiob und Salomo haben ihren Besitz nicht vollkommen für andere Menschen und Dienste verwendet, sondern auch für sich.

Darf man um Reichtum und Geld beten?

Kannst du glauben und annehmen, dass Gott möchte, dass du mehr als genug hast? Die Antwort auf diese Frage zeigt dir, ob du in der Lage bist, seinen Segen zu empfangen. Du darfst Gott im Gebet um Geld und Reichtum bitten. Überschlage aber vorher die Kosten. Sei also bereit immer wieder deine Herzenshaltung zu korrigieren und den Segen Gottes nicht wichtiger werden zu lassen als Gott selbst. Gott wird dir gerne Kreativität geben wie Jakob und Weisheit wie Salomo.